Kontoführungsgebühren

Nach und nach erheben oder erhöhen die Bankinstitute in Deutschland die Kontoführungsgebühren. Mehr als 8 Milliarden Euro an zusätzlichen Einnahmen versprechen sich die Banken dadurch. Die Gründe für diesen Schritt liegen auf der Hand. Für viele Bankkunden wird die Erhöhung der  Kontoführungsgebühren eine monatliche finanzielle Mehrbelastung sein. Doch für den Verbraucher gibt es einen Ausweg. Die Infografik zeigt Gründe und Möglichkeiten für Bankkunden, die Gebühren zu vermeiden.

Leitzins bei 0 % – Banken reichen Kosten weiter

Früher haben Banken ihr Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) geparkt und dadurch Zinsen erhalten. Doch seitdem die EZB Anfang im März 2016 erstmals offiziell den Leitzins auf 0 % gesenkt hat, bekommen Banken bei der EZB keine Zinsgelder mehr, sondern sie müssen selbst einen Negativzins bezahlen. Dadurch machen die Banken selbst nicht mehr die gewohnten Zinsgewinne und reichen die entstandenen Kosten an ihre Bankkunden mittels Kontoführungsgebühren weiter.

Vorteile der Direktbanken

Nun gibt es zwei verschiedene Typen von Banken. Die Filialbanken, bei denen der Kunde eine konkrete Filiale aufsuchen und sich beraten lassen kann. Und die Direktbanken, die keine Filialen haben und somit hinsichtlich des Personals kostengünstiger operieren können. Der Unterschied liegt auf Hand. Kunden von Direktbanken zahlen weniger.

Der Leitzins wird von der EZB vorgegeben. Derzeit liegt er bei 0 %. Das war nicht immer so. Im Jahr 2009 lag er in der Eurozone sogar bei über 4 %. In solch einem Fall nehmen sowohl Direkt- als auch Filialbanken durch Zinsen genügend Geld ein, um die Bankkunden nicht weiter mit Kontoführungsgebühren zu belasten. Im Jahr 2016 wurde der Leitzins auf 0 % gesenkt, und die Filialbanken sehen sich gezwungen, ihre Kunden mit Mehrkosten in Form von Kontoführungsgebühren zu belasten. Direktbanken dagegen verzichten auf diese Kostenumverteilung, da sie nicht so hohe Kosten wie Filialbanken haben.

Kontowechsel? Kein Grund zur Sorge

Der deutsche Bankkunde wechselt statistisch gesehen nicht gern und nicht häufig sein Bankkonto. Mehr als 2/3 der Deutschen haben die Sorge, dass ein Wechsel der Bank zu möglichen Überweisungsfehlern und Zahlungsversäumnissen führt. Mehr als 70 % haben noch nie das Konto gewechselt.

Kontoführungsgebühren sind in Europa weit verbreitet. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bezüglich der Höhe der Gebühren im Mittelfeld. In anderen Ländern, allen voran Italien, sind die Bankkunden gewohnt hohe Gebühren dafür zu zahlen, um ihr Geld bei der Bank parken zu dürfen.